...
Sieben lange Wochen schon
taumeln wir im Spinnennetz des Lebens.
Versponnen alle Wege,
umsonst all die Müh.
Du hörst noch immer dieses Lied,
das Dich in meine Arme trieb,
ganz kratzig schon - ein jeder Ton.
Denn wo ein Wille,
ist nicht immer auch ein Weg,
aber sicher ein Gebüsch,
in dem man sich versteckt
und trauernd zusieht,
wie sich der andere die Wunden leckt.
Gib mir 100 Jahre Zeit,
dann werde ich ein neuer Mensch,
dann mach ich mich für Dich bereit,
dann hast Du mich
für alle Zeit.
Eric Fish
plueschhase - 23. Apr, 18:15
Früh am morgen, auf dem kleinen Bahnhof,
stehn die Pafferbillis all in einer Reihe,
kommt der Führer, dreht an einem Rädchen,
"Hu Hu, Tsch Tsch" - schon sind sie vorbei.
Gut, früh am morgen ist in meinem Fall gerade halb eins, der kleine Bahnhof ist der Kölner Hauptbahnhof und die Züge stehen auch nicht in einer Reihe. Aber gut, wir nehmen es da ja nicht so genau. Auf jeden Fall geht es jetzt nach Hause. Noch einmal über den Rhein fahren und sich dabei an ein nettes Gespräch mit einem Menschen erinnern, den Jana und ich irgendwann mal auf einer Fahrt nach Köln in Hamm aufgegabelt hatten.
Er: "Da hinten auf der Brücke hab ich letztes Jahr Silvester gefeiert. War total genial!"
Jana: "Kann ich mir vorstellen."
Er: "Nein, kannst du nicht!"
Jana: "Aber ich kann so tun, als könnte ich es mir vorstellen."
Irgendwie ist Bahn fahren ohne Jana sowieso nur halb so lustig. Niemand der sich mit mir über "Heessen" freut, kein zweites, drittes und viertes Frühstück, alleine während des Umsteigens rauchen und nicht zuletzt viel zu viel Zeit zum Nachdenken.
Naja ... war auf jeden Fall trotz (oder gerade wegen?) der vorherrschenden Unproduktivität ein schönes Wochenende und vorallem hab ich damit endlich mal wieder eine schon lange im Raum stehende Drohung wahr gemacht.
Außerdem hab ich auch einiges mitgenommen. Nicht nur materielle Dinge wie eine handsignierte StS-Karte, zwei Poster und drei Bücher, nein ich habe auch eine neue Erkenntnis gewonnen. Gut, was heißt neu, eigentlich war das etwas, was mir schon länger klar war, aber irgendwie wurde mir mal wieder bewusst gemacht, dass man erst denken und dann reden sollte und dass man keine Vorschläge machen sollte, ohne sich vorher über die Konsequenzen Gedanken zu machen.
Gut, ich werde dann mal schaun, ob ich mich noch zu irgendwelchen produktiven Handlungen aufraffen kann ... steht ja noch einiges auf der Liste. *seufz*
plueschhase - 23. Apr, 16:35
Wenn man durch eine Tür geht, schließt sie sich meistens hinter einem. Das heißt man kann seine Wahl in den meisten Fällen auch nicht mehr rückgängig machen. Vermutlich kennt jeder diese "Was-wäre-wenn?"-Gedankengänge. Was wäre wenn ich zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas (nicht) gesagt oder getan hätte? Was wäre wenn es mir einmal - nur ein einziges mal - gelungen wäre das richtige zu tun oder zu sagen? Wäre ich dann heute der Mensch, der ich bin, ja würde ich dann jetzt überhaupt hier sitzen und das hier schreiben?
Gut, sowelche Gedanken sind ohnehin müssig, denn man wird ohnehin keine befriedigenden Antworten auf sie finden, es sei denn irgendwann wird es dem Menschen doch möglich in der Zeit zurückzureisen. Aber gut, das ist wohl wieder eine ganz andere Sache.
Die Hauptsache ist wohl vielmehr, dass ich noch immer der Hoffnung bin, dass all das irgendeinen Sinn macht, der sich mir nur noch nicht ganz erschließt. Vielleicht wird er das ohnehin nie, aber solange irgendwo ein Zusammenhang - und sei er auch noch soweit hergeholt - zu sehen ist, denke ich, dass ich damit leben kann.
plueschhase - 23. Apr, 16:29