Momentaufnahmen
Ich lerne fliegen - denn heute ist der Tag
die Schwerkraft zu besiegen
Und nun gehört die Erde
wieder mir allein
Eric Fish
Treffend? Ich weiß nicht. In gewisser Weise ja. Den Kopf gewissermaßen über den Wolken. Schwerelos, aber doch nicht unbeschwert. Das Gefühl, dass alles weit weg ist. Unwichtig. Und doch die Gewissheit, dass ich mir damit etwas vormache.
Prioritäten setzen. Aber wie setzt man die richtig? Auskurieren gegen Klausur schreiben, Stress vermeiden gegen Leben planen, ehrliches Mitfühlen gegen feiges Wegschauen. Und das ließe sich noch weiterführen. Ist aber eigentlich irrelevant.
Die Erde gehört wieder mir alleine. Vielleicht nicht die Erde, aber doch zumindest meine abgesteckte Gedankenwelt. Ich bin wieder ich. Irgendwie. Niemand der übermäßig stört, niemand der übermäßigen Einfluß auf mein Gefühlsleben nehmen könnte. Erstrebenswert? Ich weiß nicht. Aber ich tendiere zu einem Ja.
night shadow - 12. Nov, 13:59
Etwas stört. Und das schon seit Tagen und Wochen. Es bremst mich aus und drückt meine Laune. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, was es ist.
Zum einen mag es die Jahreszeit und das damit zusammenhängende Wetter sein. Das frühe Dunkelwerden, der viele Regen. All das führt zu chronischer Demotivation.
Zum anderen habe ich das Gefühl, dass alles in der Schwebe ist. Mein Selbstbild hat wohl ein paar kleine Risse bekommen, die es zu kitten gilt. Oder aber es gehört komplett restauriert, gewissermaßen der Realität angepasst, was sich aber als schwierig herausstellt. An dieser Stelle könnte man sich jetzt die Fragen stellen, wie die Realität aussieht und wie man überhaupt herausfindet, wie sie aussieht. Aber ich denke das würde an dieser Stelle zu weit führen.
Ist es gut Menschen anzulügen, nur um ihnen nicht weh zu tun? Oder lügt man nur, um einen Konflikt zu vermeiden? Verheimlicht man ihnen Dinge, die ihnen nicht gefallen würden, weil man an sie denkt oder weil man die Auseinandersetzung scheut?
Hinzu kommt die immer wieder aufblitzende Erkenntnis, dass sich meine Schulzeit mehr und mehr dem Ende zuneigt und das es so langsam an der Zeit wäre einen Plan zu machen, wie es weitergehen soll. Aber das fällt aus vielerlei Gründen schwer.
Das würde nämlich bedeuten, dass ich mir endgültig darüber klar werden müsste, was ich in der Zeit nach dem Abitur machen möchte. Es würde heißen einzusehen, dass ich nach der Schule die Verantwortung für mein Leben komplett selber tragen muss. Es würde heißen selbstständig zu werden und zu leben.
Aber um all diese Fragen, Probleme und Problemchen zu klären, fehlt mir momentan einfach die Motivation. Meistens fällt es schon schwer genug morgens aufzustehen und sich irgendwie über den Tag zu retten.
night shadow - 31. Okt, 14:37
Heute schon zwei Mal in voneinander unabhängigen Momenten an einen Menschen gedacht, an den ich nicht mehr denken wollte und an den das Denken eigentlich nicht mehr weh tut.
Um so irritierender war dann allerdings die Feststellung, dass ich ihn vermisse. Nicht das, was er am Ende war, sondern den Mensch, der er am Anfang war. Aber vielleicht war das auch nur wieder eine dieser berühmt, berüchtigten Masken.
Und nichtsdestotrotz, mir fehlen die Gespräche über Gott und die Welt, die kleinen, aber feinen Wortschlachten.
Aber zum Glück war der Kontaktabbruch deutlich und endgültig. Der Versuch sich dort wieder zu melden wäre ein Gesichtsverlust ohne gleichen, zu allererst einmal vor mir selbst.
Warum ist die Zeit des "Über-die-Schulter-Zurückguckens" immer noch nicht vorbei? Kann man dieses melancholische in der Vergangenheit leben irgendwie abstellen?
night shadow - 3. Sep, 20:48
Ferien waren schön, aber der ganze Rest,
war eher wie "Einer flog über das Kuckucksnest".
Ganz Schön Feist
Kaum sind drei Wochen mit tagtäglichem in der Schule hocken, befindet sich die Laune und Motivation auf einem Nullpunkt. Nächste Woche geht die Klausurphase los. Fünf Klausuren in zwei Wochen. Die Wahl der Abiturfächer liegt hinter mir und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es nicht ein Fehler war Mathe als drittes und Info als viertes Abiturfach zu wählen.
Die zwei lernintensivsten Fächer, meiner Meinung nach. Und ausgerechnet in den zwei Fächern liegen die Klausuren an zwei aufeinander folgenden Tagen.
Außerdem hätte ich mal wieder gerne zehn Stunden Schlaf am Stück, wenn nicht gar mehr. Möchte mal wieder zwei oder drei Stunden am Stück lesen können, ohne das ich mich hinterher schlecht fühle.
Und dabei mache ich mich momentan noch gar nicht kaputt mit Hausaufgaben oder Lernen. Aber vielleicht ist es genau das, was dieses schlechte Gefühl auslöst. Zu wissen, dass man mehr tun sollte und es trotzdem nicht tut.
Alles in allem: Ich hätte gerne wieder Ferien. Bitte. Aber zwischen jetzt und den Ferien liegen noch fünf Klausuren und eine fünftägige Studienfahrt.
night shadow - 23. Aug, 20:51
Nach der Erleichterung folgt das Gefühl der Einsamkeit. Viele, viele Insider, die wohl frühstens Silvester wieder aufgewärmt werden. Und das Problem sich vom warmen, südlichen Klima wieder auf das kältere, nördliche umzustellen.
night shadow - 30. Jul, 00:26
So furchtbar viele Eindrücke in so kurzer Zeit: Trauer, Wut, Verwirrung, Ärger, Überraschung, Begeisterung, Freude und das Gefühl einmal mehr im absoluten Einklang mit einer Person zu sein.
Einige Dinge erlebt, die vielleicht berichtenswert wären, aber es fehlen mal wieder die richtigen Worte.
Glauben manche Leute wirklich das, was sie sagen oder machen sie sich selbst etwas vor?
Wieso muss man eine Beziehung im Nachhinein so in den Dreck ziehen? Warum kann man die Vergangenheit nicht einfach hinnehmen und sie akzeptieren, so wie sie war, ohne sie tot zu reden?
Woher kommt dieser erstaunliche Elan ständig irgendwas zu tun, wo ist die übliche Ferien-Gammel-Stimmung?
night shadow - 29. Jun, 23:26
Nur noch der Berg, dann ist es geschafft
und dann, und dann: freie Sicht auf das Meer
und das muss es bitte aber auch wert sein.
Dann die große, böse Schwester der Hoffnung,
ihre Waffe das Schwert, ihr Name Enttäuschung
Mit einfachen und klaren Sätzen,
die einmal kurz klarstellen:
Anders als gedacht, mein Schatz.
Und da geht was du weißt
und hier kommt was du ahnst
und das wie es wirklich ist,
gegen dort wo du mal warst.
Und alles was du kennst gegen alles was du glaubst,
der Zustand den man wankend kennt
bevor man ihm vertraut.
Kettcar
"Denk nicht so viel nach." Ein wirklich genialer Schlußsatz nach so einem Gespräch. Nachdenken? Wieso denn? Nur weil mein (zugegebenermaßen etwas negatives) Weltbild auf dem Boden liegt? Obwohl das schon wieder übertrieben ist. Es ist nicht das ganze Weltbild, sondern nur kleine Teile daraus kaputt gegangen. Ich kann nicht einmal genau erklären wieso, aber es ist eben so.
Und wirklich bezeichnend finde ich es, wenn man sich die erste Viertelstunde eines Gespräches fragt, was der andere will. Ob er vielleicht eine Niere oder eine Knochenmarkspende braucht. Und wenn es dann nach dieser Viertelstunde plötzlich so ist, als liege kein Jahr zwischen "damals" und jetzt.
Aber vielleicht bin ich ja auch nur einfach reif fürs Bett.
night shadow - 26. Jun, 03:16
Der kleine Bär hat es verstanden,
dass man alles nicht versteht,
dass die Sonne nur ein Arsch ist,
der die kleinen Hühnchen brät.
Ich schrieb es vor zwei Monaten schon einmal, aber es stimmt einfach: Mathe wird überbewertet. Mut zur Lücke, Zähne zusammen beißen und morgen diese drei Stunden irgendwie durchstehen. Wie war das? Mathe als Abi-Fach? Yeha ...
Achja ... und nach mehr als drei Stunden am Stück verwirrt lernen nur noch mehr, als das es wirklich hilft.
night shadow - 14. Mai, 21:01
Es fällt schwer einen Anfang zu finden. Vielleicht oder ziemlich wahrscheinlich gibt es auch gar keinen Anfang. Ich habe die letzte Zeit das Gefühl nicht mehr richtig zu leben, sondern mich einfach treiben zu lassen. Das Gefühl alles an mir vorbeiziehen zu lassen. Menschen, Gefühle, Gespräche, die Zeit ... eben alles. Und das Gefühl, dass alles was ich die letzte Zeit tue, nur immer neue Versuche sind die Zeit tot zu schlagen, wird immer stärker. Aber es will mir einfach nicht gelingen mich auf eine Beschäftigung länger als eine halbe Stunde zu konzentrieren, danach verliert sie ihren Reiz.
So saß ich beispielsweise Anfang der Woche in meiner Deutschklausur und hatte keine Lust etwas zu schreiben. Es war nicht so, dass ich es nicht gekonnt hätte oder dass ich ein Blackout gehabt hätte, nein, ich war einfach hochgradig demotiviert und hatte keine Lust diese Klausur zu schreiben.
In letzter Zeit häufen sich die Momente, in denen ich mich einsam und isoliert fühle, aber ich gleichzeitig ganz genau weiß, dass ich menschliche Gesellschaft nicht ertragen würde und ertrage sie trotzdem, wenn ich keine Wahl habe.
Ich habe keine Lust etwas zu tun, aber gleichzeitig doch den Drang irgendetwas zu tun, das Sinn macht. Eigentlich habe ich gerade nicht einmal Lust zu bloggen, weiß nicht, ob das gut oder sinnvoll ist, aber irgendwie will das alles doch einmal in Worte gefasst werden.
night shadow - 27. Apr, 22:46
Es ist durchaus interessant mal eine Weile lang passiv zu sein. Sprich menschliche Kontakte auf ein Minimum herunterzufahren und sich vollends darauf beschränken zu reagieren, anstatt zu agieren. Das klappte bis auf zwei, drei Ausnahmen auch hervorragend. Hätte ich nun auch noch Abstand davon genommen andere Blogs zu lesen, dann wären das wohl Ferien geworden in denen ich fast ausschließlich um mich gekreist wäre. Seichtes Dahinplätschern zwischen den hin und wieder veranstalteten Spieleabenden, FastFood-Restaurant-Besuchen und der restlichen Zeit, die ich alleine tot geschlagen habe.
Und ich denke, dass es gut so war, denn ich habe das Gefühl, dass ich ein Stück weit mit mir selbst wieder ins Reine gekommen bin. Ich denke jetzt zu wissen, wo ich Fehler gemacht habe und hoffe sie das nächste Mal vermeiden zu können.
Darüber hinaus bin ich erschrocken, dass schon wieder ganze zwei Wochen vorbei sind. Wo ist die Zeit geblieben? Wie dem auch sei, die nächsten paar Wochen heißt es jetzt wohl wieder ranklotzen, schließlich wollen fünf Klausuren geschrieben werden.
night shadow - 15. Apr, 16:23