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just thoughts

Dienstag, 6. Oktober 2009

Mit dem Rücken zur Wand

Was macht man eigentlich, wenn einem die Worte vor einer gefühlten Ewigkeit ausgegangen sind und scheinbar nicht mehr wieder kommen wollen?
Sollte man das einfach akzeptieren oder sollte man umso mehr um jedes Wort kämpfen und sich nicht damit abzufinden, dass einem irgendwie die Fähigkeit abhanden gekommen ist sich auszudrücken?
Eigentlich gibt es eine ganze Menge Gedanken zu sortieren, aber es geht einfach nicht.

Wenn das Licht dich verliert,
weil es dich nicht mehr spürt.
Doch du stehst da,
die Erde verbrannt,
noch immer da,
im Niemandsland.

Marius Müller-Westernhagen


Was macht man, wenn einen ohne erkennbaren Grund plötzlich der Herbstblues packt?
Was hat man für eine andere Wahl, als die sanfte Melancholie zuzulassen und zu akzeptieren, dass der Sommer vorbei ist?
Was macht man, wenn man irgendwie den Weg verloren hat, vielleicht auch nur den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht?
Genau: Man sagt sich, dass endlich einmal wieder der Hang zum Dramatisieren mit einem durchgegangen ist und zwingt sich einen Gang zurück zu schalten.

Samstag, 8. August 2009

...

Ich würde mich gerne verstehen,
doch ich weiß nicht wie das geht.
Der Grundriss ist weg.

Herbert Grönemeyer


Den Kopf voller Gedanken, Fragen und der Ahnung, dass es vermutlich gut wäre, sich in nächster Zeit jemandem mitzuteilen und sei es nur, um den eigenen Gedankenkreis zu unterbrechen.

Freitag, 24. Juli 2009

Armer Vater

Und dann ist da wieder das ewig lästige "Was wäre wenn"-Spiel.
Manche Gespräche machen in mancherlei Hinsicht nachdenklich.
"Ich und mein Vater, wir haben gar nichts gemeinsam. Da ist nichts. Und statt Zeit bekomme ich von ihm Geld."
"Das mein Vater ein Arschloch ist und das er mir nichts zu sagen hat, das habe ich ihm das erste Mal gesagt, als ich vierzehn war."
Seitdem ich dieses Gespräch geführt habe, frage ich mich schon "Was wäre wenn?" Nicht das erste und vermutlich nicht das letzte Mal.
Aber nichtsdestotrotz ist und bleibt es müßig darüber weiter nachzudenken.

Dienstag waren es sechs Jahre ...
Und niemand hat ein Wort darüber verloren, wofür ich eigentlich ziemlich dankbar bin.

Donnerstag, 18. Juni 2009

...

"Die Zeit heilt alle Wunden", so sagt man. Aber das ist eine Lüge. Die Zeit gaukelt einem Heilung vor, hilft einem den Schmerz zu verdrängen und dann, wenn man glaubt er habe tatsächlich die Macht über einen verloren, zieht einem die Zeit einfach den Boden unter den Füßen weg.
Und dann überfällt einen der Schmerz so übermachtig und brutal, dass man nicht mehr versteht, wie man jemals glauben konnte er sei weg oder habe jemals etwas von seiner Macht eingebüsst.
Man verliert sich in Selbstmitleid, sagt sich, dass es keinen Trost gibt, weil er weg ist und nie wieder kommt. Dass daran nichts und niemand, nicht einmal - oder gerade - die Zeit etwas ändern kann. Man verflucht die Zeit und das Schicksal und was immer einem sonst noch einfällt dafür, dass er einem so früh genommen wurde, dass er so viele Dinge nicht mehr miterleben kann. Man hadert und bereut, dass man dieses und jenes nicht gesagt oder gefragt hat.
Und nachdem man eine Weile vor sich hingeweint und genug depressive Musik für das nächste halbe Jahr gehört hat, wischt man die Tränen aus dem Gesicht und sagt sich, dass der Schmerz wieder geht. Dass die Zeit zwar nicht das Mindeste ändert, aber dass das Leben weitergehen wird - weitergehen muss.

Und ich verspreche dir,
wir haben irgendwann wieder jede Menge Zeit.
Dann werden wir uns wiedersehen,
du kannst dich ja kümmern, wenn du willst,
dass die Sonne an diesem Tag auch auf mein Grab scheint -
dass die Sonne scheint, dass sie wieder scheint.

Freitag, 22. Mai 2009

Katerstimmung

Eigentlich gibt es genug gute Gründe, um in Zukunft keinen hochprozentigen Alkohol mehr anzufassen:
Je mehr Alkohol ich trinke, desto mehr rede ich und desto weniger zensiere ich mich selber. Allerdings scheint das nicht zwangsläufig etwas Negatives zu sein, denn die meisten Menschen mit denen ich trinke, tun das nicht nur einmal und dann nie wieder. Also scheint meine alkoholselige Ehrlichkeit nicht zwangsläufig abschreckend zu wirken.
Je mehr Alkohol ich trinke, desto schlechter geht es mir am nächsten Tag. Nicht nur körperlich (und Kopfschmerzen und Übelkeit sind schon unlustig genug), sondern auch psychisch. Nicht nur, dass ich relativ unleidlich bin (und das ist auf Verwandtschaftsfeiern nur bedingt produktiv), sondern irgendwie bekomme ich von zuviel Alkohol immer den Blues.

Aber genau so obligatorisch wie dieser Kater-Gedanke "Ich werde nie wieder Alkohol trinken", ist auch, dass irgendwann wieder der Tag kommt, an dem ich all diese Nachteile radikal ignorieren werde, nur um am nächsten Tag wieder genau das Selbe zu denken.

Freitag, 8. Mai 2009

...

Wir können uns nicht aussuchen wer wir sind. Wir können es nur ertragen.

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie schwingt da so ein leises, mitgedachtes "Oder eben auch nicht" mit.
Aber vielleicht ist es auch nur bezeichnet dafür, dass sich der Pessimismus gerade unaufhaltsam seine Bahn bricht und alles dunkelgrau färbt.

Dienstag, 10. März 2009

...

Mir drängt sich langsam das Gefühl auf, dass ich mich ein wenig selbst zensiere. Es ist nicht so, dass das mit Absicht geschieht, aber in den letzten Wochen ist es mir öfter passiert, dass ich halb geschriebene Beiträge einfach wieder gelöscht habe. Weil die Wörter irgendwann ausgingen. Weil das alles nicht mehr so recht her zu passen scheint.

Vielleicht liegt es aber auch mehr daran, dass ich mich die letzte Zeit mehr mit den Leben anderer Menschen beschäftigt habe.
Ich habe es tatsächlich schon wieder getan. Gegen besseres Wissen und gegen alle guten Vorsätze.
Habe ich das Recht dazu mich in die Beziehung einer Freundin ein zu mischen? Gut gemeinte Ratschläge zu geben?
Eigentlich lehrt mich die Erfahrung, dass es weder möglich noch erstrebenswert ist mit zwei Menschen befreundet zu sein, die eine Beziehung miteinander führen. Ich bin mir auch immer noch nicht sicher, ob ich mit ihm befreundet sein kann oder will, aber dieser Abend in Rotweinlaune war wohl einer von vielen kleinen Schritten, die in diese Richtung führen könnten.

Aber abgesehen von diesen Überlegungen weiß ich auch immer noch nicht, wie ich zu dieser Beziehung stehen soll. Ich glaube immer noch nicht, dass er ihr gut tut.
Solange wie alles rund läuft schwebt sie auf Wolke Sieben, aber sobald die ersten Gewitterwolken im Paradies auftauchen ist sie am Boden zerstört, plötzlich ein ganz anderer Mensch.
Und nach diesem Rotweingespräch mit ihm, bin ich noch skeptischer als vorher, ob sie nicht viel mehr Gefühl in diese Sache investiert als er.

Wie auch immer: Ich bin relativ froh, dass ich die letzten zwei Tage Ruhe hatte. Dieses ewige "Menschen-um-mich-haben" war ein bisschen zu viel des Guten.

Samstag, 3. Januar 2009

...

Es gibt so Tage, an denen streckt die Einsamkeit ihre Klauen direkt nach dem Aufstehen ihre Krallen nach einem aus. Man denkt darüber nach, etwas dagegen zu tun, aber eigentlich will man es nicht. Nicht etwa, weil man das beklemmende Gefühl genießt, sondern einfach weil es so sein muss.
Und am Ende des Tages stellt man gleich zwei erstaunliche Dinge fest. Zum einen, dass man dieses Gefühl schon lange nicht mehr auf diese Art und Weise hatte. Und zum anderen, dass es einer handvoll Menschen völlig unwissentlich gelingt, es zu vertreiben. Obwohl sie so weit weg wohnen.

Dienstag, 30. September 2008

Der Sinn des Lebens

In dem Versuch den Finger auf das zu legen, was seit Tagen stört, entstand dieser Text. Allen, denen meine Wehleidigkeit zum Hals raushängt und allen, die der Meinung sind, dass sie das Thema "Der Sinn des Lebens" schon zur Genüge mit mir diskutiert haben, rate ich dazu diesen Eintrag einfach zu ignorieren. ;)
Nichtsdesotrotz war es mir ein Bedürfnis das hier nieder zu schreiben.


Bei manchen Dingen ist es schwer einen Anfang zu finden. Es gibt Tage, an denen erscheint alles grau und trüb. Es gibt Tage, an denen sieht es so aus, als würde die Sonne nie wieder scheinen. Tage, an denen nicht nur Worte ihren Sinn verlieren.
Es macht nicht viel, wenn diese Tage hin und wieder kommen, denn vermutlich gehören sie zum Leben dazu, wie die glücklichen Tage, an denen die Sonne lacht. Vermutlich würde man ohne die dunklen Tage das Glück gar nicht mehr schätzen können, weil es dann der Normalzustand wäre.
Aber was macht man, wenn aus den Tagen plötzlich Wochen werden? Wenn es immer größer werdende Kraftanstrengungen verlangt, um ein Lächeln auf's Gesicht zu zwingen? Wenn die Sonne zwar scheint, aber das Innerste nicht mehr erwärmen kann?

Was macht man, wenn man den Sinn im Leben nicht mehr finden kann?

Für gewöhnlich neige ich nicht zu Depressionen. Ich nenne eine intakte Familie mein eigen, habe Zukunftspläne und Freunde, die mich unterstützen. Es könnte und sollte mir gut gehen.
Und doch habe ich seit Tagen, vielleicht sogar schon Wochen, das Gefühl, dass etwas Entscheidendes fehlt. Etwas, das ich nicht benennen kann. Und vielleicht ist es genau das, was daran so stört. Wenn man etwas nicht benennen kann, dann kann man es nicht ändern und ist somit zur Untätigkeit verdammt.

Darüber hinaus frage ich mich, wo das hinführen soll.
Den ersten Lebensabschnitt habe ich abgehakt. Schule, Abitur. Und was bleibt davon?
Bildung? Wie viel von all den Dingen, die man mir in dreizehn Jahren beigebracht hat, haben mich wirklich weiter gebracht? Wie viel von all den Dingen habe ich in einem Jahr nicht schon wieder vergessen?
Und zwischenmenschlich? Von all den Menschen, die während der Schulzeit in mein Leben getreten sind, waren mir eine handvoll wichtig. Wie viele von denen werden es weiterhin sein? Bei einem ist der Kontakt bereits so gut wie nicht mehr vorhanden. Bei einem weiteren ist der Kontakt nur noch sporalisch und es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis er ganz aufhört. Ein weiterer hat es kürzlich geschafft mich so sehr zu befremden, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich mich nicht ziemlich in ihm getäuscht habe und ob es nicht besser wäre den Kontakt abzubrechen.
Es bleibt also ein Mensch aus dreizehn Jahren, zu dem die Beziehung so gut und stark ist, dass sie die Schulzeit vielleicht längerfristig überdauern wird.

Und jetzt? Studium. Uni. Viele neue Gesichter, viele neue Erfahrungen. Doch was wird hier von überdauern? Werde ich es überhaupt schaffen Anschluss zu finden? Ich bin kein Misanthrop, aber ich tue mich mit Menschen im Allgemeinen recht schwer. Ich brauche Zeit, um Vertrauen aufzubauen und ich brauche Vertrauen, um meine Distanz aufzugeben.

Und was kommt danach? Ein Job? Eine Familie? Ein kleines Häuschen mit Garten und Hund? Das Hamsterrad.

Ist das der Sinn des Lebens? Sich kleine Ziele zu stecken, die in absehbarer Zeit zu erreichen sind?
Ist das wirklich alles? Sich von einem Glücksmoment zum nächsten hangeln und hoffen, dass die Kraft, die man aus dem Letzten zog, genügt, um den nächsten zu erreichen?
Kommt nach jedem Glücksberg ein Trauertal? Sind es die kurzen Gipfelaufenthalte denn wirklich wert, die tiefen Täler aus Hoffnungslosigkeit und Leid zu durchwandern?
Und was mache ich, wenn der nächste Glücksberg so steil ist, dass ich ihn nicht mehr erklimmen kann?
Wer sagt mir, dass mein Leben nicht in einem tiefen, endlosen Trauertal endet?

Und die vielleicht wichtigste Frage von allen: Wo haben sich mein Optmismus und meine Lebenslust verkrochen?

Montag, 21. Juli 2008

Fünf Jahre

Nein, die Zeit heilt wirklich nicht alle Wunden. Aber sie nimmt dem Schmerz etwas von seiner Präsenz und seiner Schärfe. Wobei ich ehrlich gesagt nicht sagen könnte, wann der Schmerz weniger geworden ist. Ob es nun drei, vier oder fünf Jahre waren. Aber eigentlich ist das auch egal, weil es kaum eine Rolle mehr spielt. Vermutlich war oder vielmehr ist es ohnehin mehr ein Verblassen, als ein Verschwinden.
Fünf Jahre. Zeit ist wirklich etwas Paradoxes. An manchen Tagen ist er hier noch so präsent, so als wäre er nur kurz weg und könnte jeden Moment wieder durch die Tür kommen. Und an anderen Tagen fällt es schwer, sich bewusst zu machen, dass es einmal anders war.
Fünf Jahre sollten eigentlich reichen, um sich damit abzufinden. Damit abzufinden, dass es mehr als genug Dinge gibt, die ohne ihn stattfinden werden. Und doch war es gerade im letzten Jahr hart, sich das immer mal wieder bewusst zu machen.

Ich heb mein Glas und trink auf dich.
Da oben hinter den Sternen, ich vergess' dich nicht.
Auch wenn ich heute dich so hart verlier',
so bleibst du doch hier, für immer bei mir.

Udo Lindenberg


Ja, ein Teil von ihm bleibt hier. Auch wenn es vornehmlich nur triviale Sachen sind, wie seine CD-Sammlung, die zumindest teilweise in meinen Besitz übergegangen ist. Und auch die Erinnerungen werden wohl bleiben, was vermutlich gut so ist, obwohl oder vielleicht gerade weil diese mehr und mehr ihren bitteren Beigeschmack verlieren.

Trotz allem bin ich gespannt, was der Tag so bringt. Die Erfahrung lehrte mich, dass meine Familie mittelmäßig bis gar nicht begabt darin ist Gefühle offen zu zeigen. Stattdessen fallen an solchen Tagen beiläufige Bemerkungen, auf die man oft nur schwer richtig reagieren kann.
Im Totschweigen sind wir ganz groß und es gibt Momente, in denen frage ich mich wirklich, ob es auch nur ein einziges Mitglied dieser Familie es geschafft hat seinen Tod wirklich zu verarbeiten. Aber andererseits ist die Antwort auf diese Frage ohnehin irrelevant.

HG

Dreh dich um,
dreh dich um.
Vergiß deine Schuld, dein Vakuum.
Wende den Wind, bis er dich bringt
weit zum Meer.
Du weißt, wohin.

...

Der Trend geht zum Zweit­blog.

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night shadow - 24. Dez, 00:29
Mooooment! Diesen Winter...
Mooooment! Diesen Winter will ich nichts von Wintertraurigkeit...
Jana (Gast) - 20. Nov, 10:08
Danke..
.. für den "unproduktiven" Kommentar. (-; Doch,...
House (Gast) - 20. Nov, 09:29

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Zuletzt aktualisiert: 1. Jan, 06:12