Momentaufnahmen
Und ob man schwitzt und ob man friert
und ob man den Verstand verliert,
ob man allein im Dreck krepiert,
die Sonne scheint, als wäre nichts passiert.
Farin Urlaub
Vielleicht nicht ganz perfekt, aber doch irgendwie passend. Ein paar recht stressige Tage verlebt und irgendwo zwischen lernen, Klausur schreiben, Schule, Fahrschule und Familie mehr oder weniger gut die Kurve gekriegt. Darum möchte ich mich doch glatt mal anschließen: Thank God it's Friday. Nicht das es das irgendwie besser machen würde, immerhin stehen nächste Woche auch drei Klausuren, Fahrstunde und -schule an, "Die Leiden des jungen Werthers" sollten bis allerspätestens nächsten Montag gelesen werden und der unwesentliche Berg von Hausaufgaben muss auch irgendwann noch erledigt werden. Freunde? Freizeit? Wer braucht denn sowas?
Aber vermutlich liegt das Problem einfach mal wieder bei mir: Ich bin einfach nicht stresstauglich. Traurig, aber wahr.
Ich brauche Ferien!
night shadow - 24. Nov, 21:00
Da ist sie jetzt also seit gestern abend endlich wieder: Diese distanzierte Ruhe, in der man Probleme zwar wahrnimmt und hin und wieder leichten Ärger verspürt, aber doch nicht mehr dazu neigt alles zu dramatisieren, sondern eher dazu tendiert anzunehmen, dass alles schon irgendwie wieder gut wird. Lässt sich irgendwie schwer beschreiben, aber genau dieses Gefühl ist es, dass ich schmerzlich vermisst habe die letzte Zeit.
Natürlich gibt es noch ein paar Hürden zu bewältigen, aber letztendlich doch nichts wodran es sich lohnt zu verzweifeln. Ich glaube ich zitierte Schandmaul in einem ähnlichen Fall schon mal, aber es passt einfach mal wieder so schön:
An diesem Punkt verweile ich
einen langen Augenblick,
dann dreh ich um und seh nach vorne,
muss weiter, muss zurück.
night shadow - 14. Nov, 14:28
Einer dieser Abende, an denen sich schon früh abzeichnete, dass es am klügsten wäre sich ein paar Freunde unter den Arm zu klemmen und sich stilvoll zu betrinken. Einer dieser Abende an denen man es trotz besserem Wissen nicht tut und stattdessen zu Hause sitzt, sich ganz den Erinnerungen hingibt, an Dingen rührt, die besser für immer im Dunkeln ruhen und wagemutig austestet, ob die Wunden wirklich vernarbt oder nur oberflächlich verheilt sind. Ein Abend an dem man über Dinge grübelt, die waren, sind, sein werden oder hätten sein können. Ein Abend an dem man sich fragt, ob heute alles anders wäre, wenn man in diesem oder jenem Augenblick anders abgebogen wäre, Dinge gesagt oder getan - oder eben nicht gesagt oder getan - hätte. Einer dieser Abende, die man mit müssigem Grübeln verschwendet, anstatt etwas leidlich sinnvolles auf die Beine zu stellen.
Einer dieser Abende, die die Seele reinigen und nötig sind, um den Kurs neu zu setzen, mit manchen Dingen vorläufig, mit anderen entgültig abzuschließen. Einer dieser Abende um sich endlich klar darüber zu werden, was man will und was nicht, Begebenheiten aus denen man etwas machen kann zu nutzen und jene die man nicht ändern kann zu akzeptieren und - so kitschig es klingen mag - Frieden oder zumindest Waffenstillstand mit sich selbst zu schließen.
night shadow - 11. Nov, 22:30
Der Himmel hat sich abgewandt, die Zuversicht versiegt.
Manchmal ist's als ob alle Last auf meinen Schultern liegt.
Doch tief aus meiner Ohnmacht und meiner Traurigkeit
sprühe ich das Wort "Hoffnung" auf die Mauern meiner Zeit.
Reinhard Mey
Genau so fühlt es sich gerade an. So als hätte ich alle Last auf meine Schultern geladen, so als läge alle Verantwortung bei mir. So dass stehen bleiben mit der Last einfach nicht mehr geht. Übrig bleiben nur zwei Möglichkeiten: Alles hinschmeißen und sich schmollend in eine Ecke zu setzen, sich wie ein störischer Esel nicht mehr dazu bewegen zu lassen auch nur einen Schrit zu machen.
Problem daran ist nur, dass das zum einen so gar nicht zu meinem Wesen passt und zum anderen besteht die Gefahr, dass niemandem auffällt, dass ich mich weigere und man mich einfach in meiner Ecke sitzen lässt und weiterzieht.
Die andere Möglichkeit ist die Last zurecht zu rücken, ein Lächeln aufs Gesicht zu zwingen und weiterzumachen, auch wenn man meint es geht nicht mehr. Sich optimalerweise vielleicht auch noch - so wie heute geschehen - mehr Balast auf den Rücken zu schnallen und zu beten, dass man durch die zusätzliche Last etwas von dem alten Balast verliert.
Lieber Dinge (er)tragen von denen man weiß, dass es geht und bei denen man überhaupt die Chance hat zu agieren, als solche bei denen man weiß, dass man auf verlorenem Posten steht.
Lieber solche Dinge in Kauf nehmen, bei denen man weiß, warum man sie mitträgt, anstatt solche bei denen einem immer noch nicht klar ist, warum man in sie involviert ist.
Versuchen die Probleme, bei denen man eine Chance hat sie zu lösen, zu bewältigen und bei jenen wo man die Möglichkeit nicht hat zu hoffen, dass sie sich von alleine erledigen.
Vielleicht ist es auch mal wieder an der Zeit sich auf seine eigenen Ratschläge zu besinnen und zu versuchen alles ein wenig zu entdramatisieren, nicht alles so tragisch zu nehmen und sich klar zu machen, dass bisher alles was unlösbar erschien, irgendwie wieder gut geworden ist.
Mag jetzt alles ein wenig wirr klingen, aber das ist es wohl auch.
night shadow - 8. Nov, 15:30
Nächstes Mal, nächstes Mal
mach ich es besser als diesesmal
Das ist was anderes.
Nächstes Mal krieg ich das hin.
Pur
Aber auch nur mit der Prämisse, dass ich jemals wieder in ein Auto auf der Fahrerseite einsteige, was ich gerade für verdammt unwahrscheinlich halte ...
night shadow - 31. Okt, 20:35
...
Ich will hier raus,
ich will jetzt gehn.
Schon alles gefühlt,
schon alles gesehen,
schon alles gesehen
Der Stand der Dinge,
der Lauf der Zeit,
jetzt und in alle Ewigkeit.
Die Spiegel werfen Stück für Stück
jeden Tag dasselbe Bild zurück.
Alles so wie´s immer war,
Tag für Tag,
Jahr für Jahr.
Nenn mir einen Ort,
nenn mir eine Zeit:
Ich will es zurück, das Gefühl
- gib mir das Gefühl zurück -
von Schwerelosigkeit.
...
Böhse Onkelz
Irgendwie scheint gerade gar nichts mehr so zu laufen, wie es eigentlich soll. Heute scheint einfach dieser Tage zu sein, an denen man meint irgendwo inmitten eines Trümmerhaufens zu stehen und daraus etwas sinnvolles bauen zu müssen. Einer dieser Tage, an denen das Gefühl sagt, dass nie wieder alles ins Lot kommt, obwohl Verstand und Erfahrung dem vehement widersprechen. Einer dieser Tage, an denen eben nichts was man tut mehr Sinn zu machen scheint und man sich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen würde.
Aber nein, stattdessen werde ich auch noch auf die Straße gelassen. *seufz*
night shadow - 23. Okt, 15:32
Komische Gespräche mit teilweise merkwürdigen, teilweise aber auch mit "normalen" Menschen geführt, für mich relativ untypische Dinge getan und gesagt, ohne ersichtlichen Grund schlecht und wenig geschlafen, zu viel Kaffee getrunken und zumindest die letzten zwei Punkte werden sich die nächsten Tage wohl kaum ändern.
night shadow - 22. Okt, 20:43
Man könnte hier jetzt viele platte Sprüche hinschreiben, die es aber doch nicht auf den Punkt bringen würden. Ich erwähnte ja schon desöfteren, dass das Leben in manchmal wirklich komischen Bahnen verläuft und gerade heute tut es das mal wieder besonders. Aber vielleicht erscheint mir das auch nur aufgrund der zwei Kannen Kaffee, die eine zugegebenermaßen etwas schiefe Perspektive verleihen, so.
Allerdings bin ich mir noch nicht so sicher, ob mir diese Bahnen gefallen müssen oder ob mir der aktuelle Lauf der Dinge auf irgendeine Art und Weise zu denken geben sollte.
Naja, wie dem auch sei, zumindest probiert es immer wieder was Neues aus und da will man ja nicht allzu viel meckern. ;)
night shadow - 22. Okt, 02:17
Man soll den Tag ja bekanntlich nicht vor dem Abend loben ... Eben einen Anruf von meiner besten Freundin bekommen: "Ähm ... du ... bevor du es wieder hinterrum erfährst ..." Stille. Lange genug für ausführliche Spekulationen. "Ich hatte gerade einen schweren Autounfall." Pause. "Aber ist noch alles dran." Idiotischerweise dann prompt von mir die Nachfrage, was denn mit dem Auto sei. "Vollschaden." - "Wessen Auto denn überhaupt?" - "Janinas." (also das ihrer Mitbewohnerin). "Ja und wo und wie?" - "Autobahn, A2, voll ins Stauende gefahren." - "Wieso das denn?" - "Die Tuss vor uns hat den Warnblinker nicht angehabt und dann sind wir voll rein und das Auto hinter uns auch." Stille. "Ja und Versicherung?" - "Schlecht. Müssen 150 Euro zuzahlen." - "Und? Neues Auto kaufen?" - "Ne, ist nicht drin."
Nach ein bisschen hin und her dann aufgelegt und anschließend machte sich dann der mehr oder weniger große Schock breit. Ich glaub man darf sich gar nicht erst vorstellen, was da hätte passieren können, aber man tut es trotzdem. Und irgendwie macht meine eigene Reaktion mich ein wenig nachdenklich. Klar, Auto und Versicherung sind ja das wichtigste. *kopfschüttel*
night shadow - 9. Okt, 22:43
Warum muss auf jedes Erfolgserlebnis eigentlich immer ein Dämpfer kommen? Matheklausur lief super, dafür war die Fahrstunde sowas von beschissen, dass ich momentan ernsthaft überlege das Autofahren sein zu lassen und mir lieber ein neues Fahrrad zuzulegen. Ärgerlich nur, dass im Führerschein schon über 300 Euro drinstecken. Warum lasse ich mich eigentlich immer so schnell demotivieren?
Und wenn ich daran denke, dass mir jetzt noch mindestens zwei Stunden Hausaufgaben blühen, dann will ich eigentlich nichts lieber, als mich ins Bett zu legen und die Decke über den Kopf zu ziehen.
Besser wird es die nächsten Tage ja auch nicht. Morgen 7 Stunden, davon gleich mal vier Stunden LK, anschließend Großeltern besuchen, Hausaufgaben machen und zur Fahrschule. Donnerstag ganz ähnlich, allerdings nur bis zur 6. Unttericht, anschließend eine Stunde Hausaufgabenbetreuung, selber irgendwann mal Hausaufgaben machen und anschließend zum Gitarrenunterricht. Freitag glücklicherweise nur ganze 2 Stunden, abends nochmal Fahrschule und dann endlich ... Ferien. Und ich glaube die zwei Wochen brauch ich wirklich um mit mir und meinem Leben mal wieder klar zu kommen.
Manchmal geh' ich meine Straße ohne Blick,
manchmal wünsch' ich mir mein Schaukelpferd zurück.
Manchmal bin ich ohne Rast und Ruh',
manchmal schließ' ich alle Türen nach mir zu.
Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß,
manchmal weiß ich nicht mehr, was ich weiß.
Manchmal bin ich schon am Morgen müd',
und dann such' ich Trost in einem Lied.
night shadow - 26. Sep, 17:47